Bibelstudium MCP

MCP-Server für wortgetreue Bibelarbeit auf Deutsch. Er liefert den Grundtext Wort für Wort über vier Editionen mit vollständiger Morphologie, dazu Konkordanz, Querverweise, Volltextsuche und textkritischen Editionsvergleich. Lokal betrieben mit vier frei lizenzierten Übersetzungen, komplett offline in einer einzigen SQLite-Datei; über den gehosteten Dienst zusätzlich mit der Schlachter 2000.
Sprachhinweis: Diese Dokumentation ist durchgehend deutsch, weil sich der
Server an den deutschsprachigen Raum richtet. Tool-Namen und Feldbezeichner
bleiben englisch bzw. deutsch wie im Code, denn sie sind API-Oberfläche und
keine Prosa (siehe Designentscheidungen).
Warum es ihn gibt
Sprachmodelle zitieren die Schrift aus dem Gedächtnis. Sie mischen Übersetzungen, paraphrasieren und erfinden gelegentlich ganze Verse. Genau das darf nicht passieren, wenn es auf den Wortlaut ankommt. Und sobald eine Frage den Grundtext berührt („steht da Singular oder Plural?", „welche Handschriften enthalten diesen Vers?"), kann ein Modell ohne Daten nur raten.
Dieser Server gibt dem Modell stattdessen die Daten, nämlich exakten deutschen Verstext, den griechischen bzw. hebräischen Grundtext mit aufgelöster Morphologie und die Bezeugung jedes einzelnen Wortes über acht Editionen. Jede Aussage bleibt damit gegen eine lokale Datenbank prüfbar.
Funktionen
- Exakter deutscher Verstext (
bible_lookup): Luther 1912, Schlachter 1951, Elberfelder 1871 und Menge 1939 in jeder Installation, über den gehosteten Dienst zusätzlich die Schlachter 2000
- Grundtext Wort fĂĽr Wort (
bible_original): ganze Bibel, hebräischer Westminster Leningrad Codex (AT), griechischer Byzantinischer Mehrheitstext / SBLGNT / Textus Receptus (NT); jedes Wort mit Grundform, Strong-Nummer und vollständig dekodierter Morphologie aus drei nativen Schemata (Robinson, MorphGNT, OSHB)
- Konkordanz und Wortstudie (
bible_concordance): alle Vorkommen eines Grundtext-Wortes nach Strong-Nummer oder Grundform, mit Verteilung je Buch, Flexionsformen und Lexikondaten (Tyndale-Gloss, Strong-Definition, vollständiger Abbott-Smith-Eintrag fürs Griechische)
- Querverweise und Parallelstellen (
bible_crossrefs): Treasury of Scripture Knowledge (erweitert, OpenBible.info), nach Community-Stimmen gewichtet, mit deutschem Zieltext; mehrversige Ziele zusätzlich versweise aufgeschlüsselt
- Volltextsuche (
bible_search): FTS5 mit Umlautfaltung, Phrasen- und Präfixsuche, filterbar nach Übersetzung und Buch; treffer zählt Verse, vorkommen_gesamt die Wortvorkommen, verteilung schlüsselt sie je Buch bzw. je Kapitel auf, Fundstellen im Verstext mit ⟦…⟧ markiert
- Editionsvergleich (
bible_compare): Wort-für-Wort-Diff eines NT-Verses über drei vollständige griechische Editionen, dazu die Bezeugung jedes Wortes über acht Editionen (die Liste steht unter Editionen und Voreinstellungen). Zeigt Varianten wie das Comma Johanneum mit ihrem vollständigen Zeugenbestand, samt Wortzahl je Edition und je Variante
- Geführte Arbeitsabläufe: drei MCP-Prompts (
word-study, variant-check, translation-compare), die die Werkzeuge zu vollständigen Studien-Abläufen verketten
- Herkunftsnachweis eingebaut: jeder Download protokolliert Quell-URL, Anzahl der Anfragen und SHA-256-PrĂĽfsumme in der Datenbank, und
bun run pruefe:quellen stellt sie gegen die im Repository hinterlegten Sollwerte in quellen-pruefsummen.json
- Namensnennung in jeder Antwort: das Feld
quellen nennt Werk, Lizenz und die von der Lizenz verlangte Nennung, und zwar nur für die Quellen, die die jeweilige Antwort tatsächlich benutzt hat. Verlangt die Ausgabe eine Nennung, sagt der hinweis derselben Antwort zusätzlich, dass sie in jedes Dokument mitgeht, das den Wortlaut übernimmt
Die Parallelstellen verdienen eine eigene Erklärung, weil sie eine andere Frage
beantworten als der gewichtete Verweis und deshalb nicht mit ihm vermischt
werden. Wo die UBS Parallel Passage Database einen Vers fĂĽhrt, nennt
bible_crossrefs zusätzlich dessen Parallelgruppe: den geschlossenen Satz
paralleler Stellen, also Synoptiker-Perikopen, Königs- und Chronik-Dubletten,
AT-Zitate im NT, formelhafte Wiederholungen. Zu Markus 2,12 nennen die zehn
bestbewerteten Verweise weder Lukas 5,25-26 noch Johannes 5,9, die
Parallelgruppe nennt beide. Wo die Antwort kĂĽrzt, sagt sie es und nennt die
Zahl, die sie ausgelassen hat.
Bekannte Grenzen
WICHTIG: Die Datenbank wird nicht mitgeliefert, sondern einmalig von den
Originalquellen geladen (rund 145 MB fertige Datenbank). Das ist Absicht, die
Gründe stehen unter Designentscheidungen. Nötig ist
dafĂĽr kein Terminal, denn der Server kann den Aufbau selbst ĂĽbernehmen.
- Die Lexikondaten (Strong, Abbott-Smith, Glossen) sind englisch, weil ein frei lizenziertes deutsches Lexikon vergleichbarer Tiefe nicht existiert
- Die NT-Voreinstellung ist der Byzantinische Mehrheitstext, eine dokumentierte redaktionelle Entscheidung, keine Aussage ĂĽber den Forschungskonsens; SBLGNT (kritisch) und Textus Receptus sind einen Parameter entfernt
- Die vier frei lizenzierten deutschen Übersetzungen sind älteren Datums (1871 bis 1951); zeitgenössische Übersetzungen sind nicht frei lizenziert. Die Ausnahme ist die Schlachter 2000 über den gehosteten Dienst
- Die beiden Schlachter-Ausgaben geben je Abruf höchstens 20 Verse im Wortlaut aus (
VERSE_MAX_GBG in src/translations.ts), gleich mit welchem Werkzeug. Das ist ein Entgegenkommen gegenĂĽber der Genfer Bibelgesellschaft, die die Texte freigegeben hat. Greift die Grenze, sagt die Antwort es im Feld gekuerzt und im hinweis; welche Verse enthalten sind, nennt reference. Die drei gemeinfreien Ăśbersetzungen sind davon nicht betroffen, und bible://uebersetzungen nennt zu jeder Ausgabe ihr verse_max
- Die Ausgaben zählen nicht überall gleich. In 140 der 1190 Kapitel weicht die Verszahl voneinander ab (3. Mose 6 hat in Elberfelder, Menge und Schlachter 2000 23 Verse, in Luther und Schlachter 1951 dagegen 30). Dieselbe Stellenangabe trifft dort je Ausgabe eine andere Textstelle;
bible_lookup sagt es im hinweis und nennt die Länge je Ausgabe. Eine Zuordnung von Vers zu Vers liegt nicht vor, der Abgleich geht über den Wortlaut
- Tool-Namen und Tool-Beschreibungen sind englisch (Entwickler-Oberfläche), die Ausgabefelder deutsch (
bedeutung, bezeugung, verweise und so fort)
WofĂĽr der Server nicht gedacht ist
- Keine Auslegung. Er liefert Text, Morphologie und Bezeugung. Was ein Vers
bedeutet, entscheidet der Mensch, der ihn liest; der Server liefert nur die
Grundlage dafĂĽr.
- Kein Mehrbenutzerdienst. Er ist fĂĽr den Betrieb durch einen einzelnen
Nutzer ĂĽber stdio gebaut. Der HTTP-Transport bringt weder TLS noch
Zugriffsschutz mit und bindet aus diesem Grund an
127.0.0.1; wer ihn
erreichbar machen will, stellt beides selbst davor (siehe
SECURITY.md).
- Keine Bibel-App. Es gibt keine Oberfläche, kein Leseprogramm, keine
Notizen. Der Server ist ein Werkzeugkasten fĂĽr einen MCP-Client.
- Keine zeitgenössischen Übersetzungen in der eigenen Installation. Was frei
lizenziert ist, ist alt; siehe docs/UEBERSETZUNGEN.md
fĂĽr die geprĂĽften Optionen und ihre Kosten.
Voraussetzungen
FĂĽr Claude Desktop genĂĽgt das fertige Bundle (siehe unten). Es bringt die Laufzeit mit, Bun muss also nicht installiert sein.
| Anforderung | Gilt fĂĽr | Zweck |
|---|
| Bun 1.2+ | Betrieb aus dem Repository | FĂĽhrt TypeScript direkt aus und bringt SQLite mit, also kein Build-Schritt und kein Compiler. 1.2 ist die Untergrenze, weil das Repository das Text-bun.lock mitliefert, und sie ist gemessen. Auf 1.2.0 lief am 08.08.2026 der gesamte Testbestand durch |
unzip | beide Wege | FĂĽr den Querverweis-Download. Auf macOS vorinstalliert, in minimalen Linux-Images nicht (sudo apt install unzip). Fehlt es, scheitert nur dieser eine Schritt; der Rest der Datenbank entsteht trotzdem |
| ~1 GB freier Speicher | beide Wege | ~145 MB fertige Datenbank plus temporäre Kopie beim Aufbau |
| Internetzugang | beide Wege | Nur für den einmaligen Datenaufbau, danach läuft der Server vollständig offline |
Was auf welcher Plattform geprĂĽft ist:
| Plattform | Stand |
|---|
| Linux (x64) | Läuft geprüft. Typecheck, Startverhalten ohne und mit unvollständiger Datenbank sowie test:http laufen bei jedem Push auf ubuntu-latest (siehe .github/workflows/lint.yml) |
| macOS (arm64) | Läuft geprüft. Entwicklungsplattform; das MCPB-Bundle ist bisher allein für bun-darwin-arm64 gebaut und installiert worden |
| Windows (x64) | Sollte laufen, ungetestet. src/db-path.ts kennt den APPDATA-Pfad, und bun run build:mcpb bun-windows-x64 erzeugt ein Bundle. Ausprobiert hat es niemand |
Der Golden-Test (bun run test) braucht eine aufgebaute Datenbank und läuft
deshalb nicht in der CI, sondern von Hand.
Schnellstart